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Kodak Xtol Filmentwickler

Filmentwicklung im Fotolabor - Schwarzweißnegative

2018 © Thomas Gade    

Kodak Xtol ist ein moderner Universalentwickler, der für nahezu alle Schwarzweißnegativfilme geeignet ist. Kodak Xtol wird als Pulver geliefert, das gemäß Anleitung vollständig in Wasser zu einer Stammlösung aufgelöst wird, die entweder pur zum Entwickeln verwendet wird oder zuvor portionsweise verdünnt wird. Kodak Xtol ist eine moderne Rezeptur, die 1998 patentiert wurde.

Datenblatt


PDF zum Download - Technische Daten aus dem Jahre 2001

Technische Daten

Hersteller Eastman Kodak Company
Bezeichnung Kodak D-76 (auch Kodak D76)
Einführung 1998
Konfektion Pulver für 5 Liter
Preis Packung für 5 Liter - 13,90 € = 2,78 € pro Liter

Ergebnisse

Kodak Xtol ist ein moderner Entwickler für feines Korn, hohe Schärfe und gute Ausnutzung der Empfindlichkeit. Im Vergleich mit anderen Entwicklern behauptet er sich in nahezu allen Punkten nahe der Spitze.

Die tatsächliche Sichtbarkeit der gemessenen Vorteile im Vergleich zu Ergebnissen mit dem Kodak D-76 ist jedoch gering, aber bei starken Vergrößerungen und genauem Hinsehen durchaus sichtbar. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass beim Fotografieren eine scharfe Optik verwendet wird und die entsprechenden fototechnischen Anforderungen erfüllt werden.

Wieviele Filme kann man mit Kodak Xtol entwickeln?

1 Liter Stammlösung reicht unverdünnt für fünf Kleinbild- oder Rollfilme. Verwendet man eine Stammlösung mehrmals nacheinander, sind fortlaufenden Änderungen der Ergebnisse und länger werdenden Entwicklungszeiten hinzunehmen. Um sie zu vermeiden, verdünnt man einen Teil der Stammlösung mit Wasser, um die nötige Menge für eine Entwicklung zu erhalten und verwendet diese Mischung nur einmal.

Für einen Kleinbildfilm sind für die Kippentwicklung in der Entwicklerdose 'Jobo UniTank 1520' ca. 250ml anzusetzen. Also 125 ml Stammlösung plus 125 ml Wasser. 1 Liter reicht dann für acht Kleinbildfilme.

Beim Verhältnis 1+2 werden 83 ml Stammlösung mit 167 ml Wasser aufgefüllt. 1 Liter Stammlösung reicht dann für zwölf Kleinbildfilme.

Man kann auch ein Mischungsverhältnis von 1+3 ansetzen, um 16 Filme zu entwickeln.

Eine Stammlösung in hochaufgefüllter Flasche oder durch Protectan Schutzgas von Tetenal in einer angebrochene Flasche vor Oxidation geschützt, hält maximal ein Jahr. Vermutlich werden die meisten Analog-Fotografen während eines Jahres 5 Liter Kodak Xtol Stammlösung bei einem Mischungsverhältnis von 1+1 gar nicht verbrauchen. Bei 125 ml Stammlösung pro Film müsste man dafür 40 Filme belichten.

Entwicklungszeiten

Das Datenblatt von Kodak gibt Entwicklungszeiten für große Tanks und kleine Tanks an sowie für rotierende Dosen. Das Entwickeln von Filmen in stehenden Tanks ist/war im kommerziellen Fotolabor üblich, wird aber heute nur noch selten praktiziert. Wer zu Hause Schwarzweißfilme entwickelt und Kleinbildfilm oder Rollfilm belichtet, verwendet üblicherweise eine Entwicklerdose, die während der Entwicklung mehrmals per Hand gekippt wird. Die vorgegebenen Entwicklungszeiten sind eventuell dem eigenen Dreh-  oder Kipprhythmus anzupassen.
Ein gutes Nachschlagewerk für Entwicklungszeiten ist die Datenbank auf digitaltruth.com. Sie wird seit Jahren gepflegt und ausgebaut durch die Werte und Korrekturen von erfahrenen Fotolaboranten. Die dort genannten Entwicklungszeiten sind eine gute Ausgangsbasis für das Entwickeln von Filmen in der Entwicklerdose und enthalten Zeiten für verschiedene Mischungsverhältnisse mit Wasser sowie für die Push oder Pull Entwicklung.  


Kritische Haltbarkeit von Kodak Xtol

Einige Benutzer von Kodak Xtol melden, dass er quasi schlagartig seine Entwicklungsfähigkeit verlieren kann. Während andere Entwickler durch Oxidation braun werden und dies visuell erkennbar ist, verändert Xtol seine Farbe dadurch nicht. Der Ansatz in den Vorratsflaschen hält manchmal nicht so lange, wie erwartet, bzw. wie ein Ansatz von Kodak D76. Er ist robuster, während beim Kodak Xtol mit Ausfällen zu rechnen ist, für die es vorab keine Anzeichen gibt.

Dieser Aspekt ist insofern wichtig, als Kodak Xtol nur noch in Packungen für den Ansatz von 5 Litern erhältlich ist.

Um 5 Liter rechtzeitig zu verbrauchen, muss man eine relativ große Menge Filme in wenigen Monaten (längstens ein Jahr) belichten. Für eine maximale Lagerfähigkeit setzt man den Entwickler mit destilliertem oder mindestens gefiltertem Wasser (frischer Filter von Britta oder ähnlich) an und gießt die Stammlösung randvoll in 1 l Braunglasflaschen. In teilgefüllte Flaschen sprüht man Protectan von Tetenal, ein Schutzgas, das Oxidation verhindert. Solche Vorratsflaschen werden vor Sonne und Wärme geschützt aufbewahrt.

Zustand testen

Den Zustand des Entwicklers lässt sich mithilfe des abgeschnittenen Filmvorspanns testen oder man opfert einen Schwarzweißfilm, von dem kleine Stücke abgeschnitten werden. Hält man ein kleines Stück belichteten Films in den Entwickler, muss er sich nach einigen Minuten schwärzen. Wie lange das regulär dauert, testet man mit frischem Entwickler in der gewünschten Verdünnung.

Sinnvoll nur bei größerem Filmverbrauch

Durch seine Konfektionierung für 5 l Stammlösung ist Kodak Xtol bei einem geringen Filmverbrauch gar nicht auszunutzen. Auch ist der Aufwand für mehrere Vorratsflaschen dann kaum zu rechtfertigen. Wer pro Jahr nur eine Handvoll Schwarzweißfilme belichtet, nimmt besser die 1 l Packung für Kodak D-76.

Bewertung

Kodak Xtol kann als exklusiver universeller Entwickler für konventionelle Schwarzweißnegativfilme verwendet werden. Er ist kaum zu toppen.

Weitere Infos:

Kodak Xtol Developer
 

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