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Film als Meterware

Filmpatronen selber befüllen. Lohnt sich das?

2017 © Thomas Gade

Eine Filmpatrone mit Kleinbildfilm (35 mm) für 36 Aufnahmen im Format 24 × 36 mm kostet je nach Typ, Marke und Lichtempfindlichkeit zwischen 3,50 € und 13 €. Für einen guten Schwarzweißfilm mit Empfindlichkeit zwischen ISO 100 und 400 werden ca. 4 bis 6 € berechnet. Verbraucht man viele Filme, wird es teuer.

Kosten sparen kann man durch das Wiederbefüllen von Filmpatronen mit Meterware. Eine Rolle hat üblicherweise 30,5 m Länge, die für 18,5 Filme mit jeweils 36 Bildern ausreichen.

Kalkulieren wir mal mit dem Ilford HP5 Plus, einem Schwarzweißfilm mit ISO 400 Lichtempfindlichkeit. Derzeit kostet eine Filmpatrone für 36 Aufnahmen rund 6 €, Tendenz steigend. 18 Filme für jeweils 6 € kosten insgesamt 108 €. Eine Rolle mit 30 m Meterware kostet rund 75 €. Die Ersparnis beträgt 33 €, jedoch benötigt man ein Ladegerät (neu rund 60 - 100 €) sowie leere Filmpatronen und man muss den Film selber einspulen.



Dayroll Filmlader für Meterware. Dieses Modell wurde in ähnlicher Form von Hama, Kaiser und anderen Anbietern in den Handel gebracht.

Vorteilhaft bei Meterfilm ist zudem, dass auch kürzere Filmstreifen in die Patronen geladen werden, falls man gar nicht vorhat, 36 Aufnahmen zu machen. Manchmal reichen auch weniger Aufnahmen, insbesondere dann, wenn man überwiegend digital fotografiert und nicht so häufig zur Kamera mit eingelegtem Film greift.

Bei hohem Filmverbrauch lohnt sich Meterware. Wer jedoch jährlich nicht mehr als 20 Filme belichtet, hat gemessen am Aufwand nicht so viel davon. Alternativ lohnt es sich nach Aktionspreisen für größere Mengen Filme in Patronen zu recherchieren. Immer wieder bieten diverse Fotohändler Posten mit Material an, dessen vorgeschriebene Mindesthaltbarkeitsdauer überschritten ist. Bei kühl gelagertem Schwarzweißfilm ist dies unbedeutend, weil sie erst nach vielen Jahren spürbare Veränderungen ihrer Eigenschaften aufweisen. Es kann aber auch sein, dass etwas überlagerte Meterware sehr günstig angeboten wird.


Geöffneter Filmlader

Filmlader sind nach folgendem Prinzip aufgebaut. Sie enthalten eine runde Vertiefung, in die eine Rolle Meterware eingelegt wird. Das Abrollen des Filmes erfolgt mittels einer Führung bis zur Kammer mit der zu füllenden Filmpatrone.

Filmlader werden im Dunkeln befüllt und wieder verschlossen. Sie sind lichtdicht. Sicherheitshalber lagert man sie an einem dunklen Ort oder steckt sie in eine Lichtdichte Kunststofftüte aus einer Packung Fotopapier. Das Befüllen der Filmpatronen findet im Schatten statt.

Schwarzweiß ja, Farbe nein

Das selber Konfektionieren von Filmen ist vor allem bei Schwarzweißfilmen üblich. Farbnegative sind (noch) billiger als Schwarzweißfilme. Dieses Material ist nicht als Meterware erhältlich. Ebenso sind Diafilme als Meterware im Fotohandel kaum erhältlich. Wer Farbfilme einspulen möchte, wird die Meterware wohl nur im speziellen Handel für Cineasten finden. Kodak ist führender Anbieter von Cine-Film.


 

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