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Fotoindex Dias Thomas Gade    Dezember   2004   Seite:   1,   2,   3
Der Fotograf verwendete Zigarrenkisten zum Aufbewahren seiner Dias. Eine Zigarrenkiste hat die Größe eines Backsteins und wiegt vollgefüllt mit geglasten Dias sicherlich nicht weniger. Obwohl das Holz oder die Pappe gute Feuchtigkeitspuffer sind, haben viele Dias dieser Sammlung starke Feuchtigkeitsschäden. Es fällt auf, dass die glaslos gerahmen Bilder (1980'er Jahre) taufrisch aussehen und etliche Dias in Plastikrahmen aus den 70'er Jahren mit eingefaßten Glasscheiben deutliche Macken haben. Die Filme haben sich in ihnen gewölbt und stellenweise klebt die Emulsion am Glas. Zieht man sie ab, reißt ein Teil der Emulsion weg. Um sie zu lösen, öffnet man die Rahmen und drückt die Glasscheibe, an der ein Dia klebt aus dem Plastik. Dann legt man das Glas in ein handwarmes Wasserbad mit einem kleinen Spritzer Netzmittel bis sich die Dias schadlos ablösen lassen. Anschließend muß man sie trocken lassen und bei all dem darauf achten, dass die ursprüngliche Beschriftung der alten Rahmen jedem Bild korrekt zuzuordnen bleibt. Das ist keine Beschäftigung für ungeduldige Gemüter. Die meisten Dias wurden zwischen zwei Gläser gerahmt, die mit Papierstreifen um die Ränder zusammengeklebt wurden. Ihr Erhaltungszustand ist unabhängig von ihrem Alter sehr unterschiedlich. Am besten öffnet man sie mit einem scharfen Teppichmesser, dessen Klinge weit aus dem Griff ausgefahren wird. Die Verletzungsgefahr ist bei den vielen scharfkantigen Gläsern nicht unbeträchtlich. Man kann sich leicht schneiden. Diese Arbeiten sind geisttötend und können bei einem so großen Nachlaß jahrelang dauern. Schon aus diesem Grund ist es notwendig, die Spreu vom Weizen zu trennen und einen großen Teil der Bilder auszumustern. Von den ca. 40.000 Dias fließen ca. 10.000 Bilder in mein Archiv ein. Schadhafte Bilder wurden entsorgt und intakte Bilder bei Ebay versteigert, um die Kosten für Diahüllen, Diarahmen, wasserfeste Stifte und vor allem die teuren Secolhüllen für Filme etwas aufzufangen. Ich montiere Dias grundsätzlich in Reflecta CS Rahmen. Sie sind glaslos, leicht und dünn. Noch nie sind mir Dias untergekommen, die Schäden aufwiesen, welche durch das Material der CS-Rahmen zustandegekommen sein könnten. Sie lassen sich leicht öffnen, mit dem Dia bestücken und schließen.

Eine Besonderheit im Hellmut Münzner Nachlaß sind Schwarzweißdias. Sie wurden durch Abfotografieren und Kontakten der Negative hergestellt. Einige sind geschickt handcoloriert worden. Wenn die Ursprungsnegative von interessanten Bildern zu finden waren und die Kopien nicht coloriert wurden, erübrigte sich die weitere Bearbeitung.



Siehe auch: Dias aufarbeiten
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