Der Fotograf verwendete Zigarrenkisten zum
Aufbewahren seiner Dias. Eine Zigarrenkiste hat die Größe
eines Backsteins und wiegt vollgefüllt mit geglasten Dias
sicherlich nicht weniger. Obwohl das Holz oder die Pappe gute
Feuchtigkeitspuffer sind, haben viele Dias dieser Sammlung starke
Feuchtigkeitsschäden. Es fällt auf, dass die glaslos
gerahmen Bilder (1980'er Jahre) taufrisch aussehen und etliche
Dias in Plastikrahmen aus den 70'er Jahren mit eingefaßten
Glasscheiben deutliche Macken haben. Die Filme haben sich in ihnen
gewölbt und stellenweise klebt die Emulsion am Glas. Zieht
man sie ab, reißt ein Teil der Emulsion weg. Um sie zu lösen,
öffnet man die Rahmen und drückt die Glasscheibe, an
der ein Dia klebt aus dem Plastik. Dann legt man das Glas in ein
handwarmes Wasserbad mit einem kleinen Spritzer Netzmittel bis
sich die Dias schadlos ablösen lassen. Anschließend
muß man sie trocken lassen und bei all dem darauf achten,
dass die ursprüngliche Beschriftung der alten Rahmen jedem
Bild korrekt zuzuordnen bleibt. Das ist keine Beschäftigung
für ungeduldige Gemüter. Die meisten Dias wurden zwischen
zwei Gläser gerahmt, die mit Papierstreifen um die Ränder
zusammengeklebt wurden. Ihr Erhaltungszustand ist unabhängig
von ihrem Alter sehr unterschiedlich. Am besten öffnet man
sie mit einem scharfen Teppichmesser, dessen Klinge weit aus dem
Griff ausgefahren wird. Die Verletzungsgefahr ist bei den vielen
scharfkantigen Gläsern nicht unbeträchtlich. Man kann
sich leicht schneiden. Diese Arbeiten sind geisttötend und
können bei einem so großen Nachlaß jahrelang
dauern. Schon aus diesem Grund ist es notwendig, die Spreu vom
Weizen zu trennen und einen großen Teil der Bilder auszumustern.
Von den ca. 40.000 Dias fließen ca. 10.000 Bilder in mein
Archiv ein. Schadhafte Bilder wurden entsorgt und intakte Bilder
bei Ebay versteigert, um die Kosten für Diahüllen, Diarahmen,
wasserfeste Stifte und vor allem die teuren Secolhüllen für
Filme etwas aufzufangen. Ich montiere Dias grundsätzlich
in Reflecta CS Rahmen. Sie sind glaslos, leicht und dünn.
Noch nie sind mir Dias untergekommen, die Schäden aufwiesen,
welche durch das Material der CS-Rahmen zustandegekommen sein
könnten. Sie lassen sich leicht öffnen, mit dem Dia
bestücken und schließen.
Eine Besonderheit im Hellmut Münzner Nachlaß sind Schwarzweißdias.
Sie wurden durch Abfotografieren und Kontakten der Negative hergestellt.
Einige sind geschickt handcoloriert worden. Wenn die Ursprungsnegative
von interessanten Bildern zu finden waren und die Kopien nicht
coloriert wurden, erübrigte sich die weitere Bearbeitung.
Siehe auch:
Dias
aufarbeiten