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Diaarchiv Autor: Thomas Gade Okotober 2006 Seite:   1,   2,   3,   4,   5,   6,   7

Diaarchivierung

Diakästen aus Holz gibt es in diverse Größen und mit unterschiedliche Innenaufteilungen. Kästen dieser Art sind in Fotogeschäften kaum noch zu bekommen. Eher erhält man sie bei Wohnungsauflösungen oder auf dem Trödelmarkt. In der ehemaligen DDR wurden viele solcher Kästen mit einem Boden aus Presspappe hergestellt. Das übrige Holz solcher Behälter stammt von Kiefern während die besseren Diakästen von Hama und Rowi komplett aus massiven oder verleimten Buchenholz hergestellt wurden.

Das Unterbringen der Dias in den Fächern oder Einsätzen ist nicht empfehlenswert, weil dabei viel Platz vergeudet wird. Entweder befinden sich hölzerne Stege in den Kästen oder Plastikhalter. Letztere kann man einfach rausnehmen, die anderen sind mit dem Kasten verleimt und werden rausgeschlagen. Das geht meistens gut. In seltenen Fällen ist die Leimbindung so stark, dass Schäden entstehen.



In den Diakästen befand sich eine dünne Schaustoffdecke unter dem Deckel. Meist ist sie im Laufe der Zeit bröckelig geworden und ein leichtes Darüberstreichen mit dem Finger reicht aus, um den Schaumstoff aufzulösen.










Je nach dem, wie die dünne Schaumstoffdecke an dem Deckel fixiert wurde, ist sie leicht oder nur mit entsprechenden Mitteln abzulösen. Manchmal kann man sie in einem Stück abziehen oder benutzt einen scharfen Spatel, um die abzukratzen. Da ist meistens einfach. Im schlimmsten Fall, wurde sie satt mit dem Hintergrund verklebt. Dann hilft in der Regel nur der Einsatz von Nitro Universalverdünnung.

Eigentlich darf ein Lösungsmittel dieser Art nicht mit Behältern, in denen dauerhaft Fotografien aufbewahrt werden, in Berührung kommen. Doch in nebenstehenden Fall ist die Anwendung zu wagen. Der Leim unter dem Schaumstoff versiegelt die Unterseite des Holzdeckels. Der Schaumstoff läßt sich nicht rauskratzen. Doch ein Schuss Nitroverdünnung, welcher sogleich mit einem Spatel zügig hin und her geschoben wird, löst den Schaumstoff sofort vom Untergrund. Der größte Teil der Verdünnung wird dabei vom Schaumstoff aufgesogen.

Nach dessen Beseitigung, erscheint das Holz darunter wie lackiert. Es riecht nach Chemie, was konservatorisch nichts Gutes verheißt. Daher läßt man den Deckel trocknen und schleift anschließend dessen Innenseite, bis unbehandeltes Holz zum Vorschein kommt. Danach wird der Kasten mit einem Staubsauger grünlich entstaubt und (falls möglich) ein paar Tage in die Sonne gestellt. Optimal ist das im Freien. Hinter dem Fenster geht es auch.

Soll eine Holzkisten unbedingt neu lackiert werden, ist harter Bootslack oder ein guter Acryllack empfehlenswert. Nur die Außenseiten werden behandelt. Die Innenseiten bleiben stets ohne Lackierung. Sie werden weder gewachst noch geölt. Ein Aussprühen mit medizinischem Desinfektionsmittel (Cutasept) kann nicht verkehrt sein, wenn darin mal alte Dias mit Pilz- oder Bakterienbefall lagerten oder gar nicht klar ist, was in ihnen war. Restaurierte Holzkästen müssen mehrere Wochen lang geöffnet (!) trocknen und ausdünsten. Aber nicht in einer Umgebung, in der schädliche Stoffe in der Luft sind wie in einer Garage, im Heizungskeller oder in einer Werkstatt, in der mit Lösungsmitteln gearbeitet wird. Es ist ratsam, sowas im Sommer zu machen und die dunklen Wintertage zu nutzen, um sie zu befüllen. Bei richtiger Vorgehensweise reichen die dazwischenliegenden Monate zum zweifelsfreien Ausdünsten.






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Dezember 2004 / Thomas Gade

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