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Digitales Fotoarchiv

2006 / 2014 © Thomas Gade

Index 1. Herkunft der Bilder 5. Arbeitsschritte
  2. Technische Voraussetzungen 6. Bildbearbeitung
  3. Organisation 7. Bildbearbeitung II
  4. Beschriftung / Verschlagwortung 8. Präsentation im Internet


8. Bildpräsentation im Internet


8.1. Das Für und Wider von Internetarchiven



Das Darstellen von Fotos im Internet kann zwiespältig betrachtet werden. Doch kommt ein Archiv, das wahrgenommen werden möchte, nicht mehr um eine dortige Präsenz umhin.

Leider ist es (noch) kaum oder gar nicht möglich, hoch aufgelöste Bilddateien in einer Auflösung zu präsentieren, die zeigt, was in ihnen steckt. Je höher ein Bild aufgelöst ist, desto ungeeigneter sind die Displays unserer Betrachtungsgeräte, wie am Beispiel eines Panoramafotos sichtbar wird, das in voller Auflösung 11462x3020 Pixel hat.


Gesamtansicht. Darstellung mit 750x198 Pixel. Die Fülle der Details geht verloren.
Der rote Pfeil weist auf ein Boot hin, das im folgenden Ausschnitt zu sehen ist.


Der 750 Pixel breite (100%) ungeschärfter Ausschnitt zeigt viele Details, die in der verkeinerten Darstellung des gesamten
Panoramas nicht ansatzweise zu sehen sind.

Heikel ist zudem, dass viele Internetuser die Meinung vertreten, alles kostenlos kopieren zu dürfen. Nichts ist davor sicher. Dem mag man mit Wasserzeichen auf Fotos entgegentreten. Etwas anderes bleibt denen, die den Wert ihrer Bilder zu erhalten versuchen, gar nicht übrig, denn die eingebetteten Meta-Daten sind blitzschnell gelöscht und viele unerwünschte Nutzer befinden sich irgendwo auf diesem Globus in juristisch unerreichbarer Ferne.

8.2. Fremde Internetplattformen

8.2.1. Social-Media-Networks


Vorsicht Facebook! In den letzten Jahren entstanden diverse Social-Media-Plattformen, auf denen Texte, Fotos und Filme 'geteilt' werden. Was dort eingestellt wird, ist praktisch vogelfrei. Facebook löscht die eingetragenen Meta-Daten mit Angaben über den Urheber, der Objektbeschreibung und Stichwörtern. Diese Plattformen sind keine Option zum Präsentieren von Fotos, die einen Marktwert behalten sollen.

8.2.2. Flickr


Der momentan (2014) wichtigste Ort, um Fotos in großer Anzahl im Web zu präsentieren, ist Flickr. Erstaunlicherweise stellt der zu Yahoo gehörende Dienst jedem Nutzer kostenlos bis zu einem Terrabyte Speicherplatz zur Verfügung. Das ist Platz für viele Tausend Fotos in hoher Auflösung. Es gibt eine Verflechtung mit Getty-Images, dessen Bildredakteure im Flickr-Fundus nach frischem und gutem Bildmaterial suchen. Die daraus entstehenden Agenturvereinbarungen sind nicht attraktiv. Darauf sollte und muss man sich nicht einlassen.

Ansonsten ist Flickr eine hervorragende Plattform mit schneller und robuster Technik. Die Bilder sollten unbedingt mit Wasserzeichen versehen sein. Eine Beschriftung der Fotos mit einer Bildbeschreibung und Stichwörtern ist für die Suchfunktion wichtig.


Darstellung der Bilder in einem Album. Mit dem vertikalen Scrollbalken wird durch den gesamten Bestand gefahren.


Flickr:. Einzelbilddarstellung. Flickr liest die eingebetteten Metatexte (IPTC) aus und stellt die Objektbeschreibung / Caption dar.


Flickr liest die eingebetteten Stichwörter / Keywords und erstellt daraus automatisch 'Tags', die jeweils angeklickt werden können, um nach anderen Bildern mit demselben Stichwort zu suchen. Das funktioniert hervorragend. Wer eine einfache und gute Methode des Präsentierens von Bildern im Internet sucht, hat sie mit Flickr gefunden.

8.2.3. Stock Agenturen


Die Integration von kompletten eigenen Archiven in existierende Internet-Bilderagenturen ist nahezu aussichtslos. Im derzeitigen Bildergeschäft werden viele Archivbilder aus unterschiedlichsten Gründen gar nicht berücksichtigt.

8.3. Eigene Internet-Plattform

Flickr ist so gut, dass über den Sinn eines Aufwands für den Aufbau und die Pflege einer eigenen Internet-Plattform sorgfältig nachgedacht werden sollte. Wer sich für ein eigenes Projekt entscheidet, hat wenigstens in einer Hinsicht gute Karten. Die Internetindustrie bietet inzwischen hohe Speicherkapazitäten und schnelle Datentransfers spottbillig an. Für wenig Geld ist fast alles machbar, was einzelne Fotografen, kleine Teams und überschaubarer Archive im Internet anstellen möchten. Mit 10 € pro Monat ist man dabei.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Statische Bilderalben oder Datenbanken.

Statische Bilderalben werden mithilfe eines Indexes durchsucht. Zusätzlich ist die Einbindung einer Google-Suchfunktion möglich, die sich auf die Website beschränkt.

Datenbanksysteme werden wahlweise mit oder ohne Index und wahlweise mit oder ohne Alben aufgebaut. Für Datenbanken ist es zwingend notwendig, dass Bilder ordentlich und zutreffend mit Bildbeschreibungen und Schlüsselwörtern versehen werden. Anderenfalls wären die Suchfunktionen der Datenbanken nicht (optimal) nutzbar und liefern im schlimmsten Falle völlig unzutreffende Ergebnisse.

Datenbanken haben den Vorteil, dass die laufend hinzukommenden Bilder in den Bestand eingepflegt werden können, während statische Fotoalben, die mit HTML produziert wurden, allmählich veralten, weil neues Bildmaterial nicht ohne einen großen Aufwand hinzugefügt werden kann. In der Praxis wird man statische Alben in längeren zeitlichen Abständen neu erstellen. Doch gibt es Bestände, die in sich geschlossen sind, beispielsweise komplett digitalisierte Nachlässe, für die eine Präsentation in statischen Bilderalben eine gute Lösung ist.

Die eigene Präsentationsplattform ist mit viel Arbeit verbunden. Keine Datenbank von der Stange,
sei sie kostenpflichtig oder gratis, ist in ihrer ursprünglichen Form zufriedenstellend.


Sie muss angepasst werden. Der Rahmen der programmierten Funktionen setzt Grenzen, die manchmal zu eng sind. Dies beginnt beim Design und den funktionalen Konfigurationsmöglichkeiten bis hin zum gesamten Funktionsumfang und dem Grad der Zuverlässigkeit. Datenbanken und Internetsuchmaschinen vertragen sich nicht immer.

Die Möglichkeit Werbung oder Texte, die zu einzelnen Bilderserie passen, in Datenbanken passend unterzubringen, ist selten vorhanden. Entweder steht sie auf allen Seiten oder nirgendwo. Mit den meisten Systemen ist es nicht möglich, neben den Fotografien aus Berlin Werbung für ein lokales Stadtführungsunternehmen zu platzieren und bei den Pflanzen eine Anzeige für ein Gartenbauunternehmen einzublenden.

Mit statischen Alben im HTML-Format ist dies gar kein Problem. Zudem sind Texte einfügbar und selbst redaktionelle Seiten mit Berichten, die zu den verschiedenen Fotoserien passen.

Derzeit experimentiert die Webentwicklerszene mit Verbindungen aus Blogsystemen wie Wordpress und einer Bilddatenbank wie Coppermine oder Gallery 3, doch bislang sind die Ergebnisse nicht überzeugend. Einzelne Ausnahmen sind ohne die entsprechend hohen zeitlichen, finanziellen und/oder fachlichen Ressourcen reproduzierbar.

Von aufwendig programmierten Systemen, die von qualifizierten Dienstleistern individuell entwickelt werden, soll hier nicht die Rede sein. Für Museen und Bibliotheken mit großem Volumen und Verlage existieren Lösungen. Bei einer Recherche wird man auf Anbieter wie Canto oder FotoWare stoßen.

8.4. Internet Bildatenbanken

In der Regel liegen solche Bilddatenbanken bei einem Internethoster. Man pflegt die Datenbank online. Daher ist eine flotte und zuverlässige Internetverbindung für die Arbeit unabdingbar!

8.4.1 Coppermine

Die populärste seriöse Bilddatenbank, die kostenlos erhältlich ist, dürfte Coppermine sein. Es gibt sie schon lange. Das Forum befasst sich mit Problemen aller Art die beim Installieren, Konfigurieren und individuellem Maßschneidern der eigenen Coppermine-Installation. Fähige Programmierer beantworten viele knifflige Fragen und wer ihnen gelegentlich per Paypal eine Kiste Bier spendiert, tut damit der Coppermine-Gemeinde einen großen Gefallen. Alle Fragen werden öffentlich geklärt und jeder profitiert davon. Nach unserer Erfahrung ist Coppermine ein zuverlässiges Konstrukt mit einem hohen Funktionsumfang.


Bilddatenbank Coppermine im Design der Seiten vom medienarchiv.com

8.4.2. Pixtacy

Im deutschsprachigen Raum haben diverse Fotografen Pixtacy installiert. Diese Bilddatenbank ist kostenpflichtig und enthält Funktionen zum Verkauf der Fotos, sei es als Lizenz für eine Verwendung der Bilddatei oder durch automatisierte Verkäufe von Produkten, auf denen sich die Bilder befinden, wie T-Shirts, Leinwände oder gewöhnliche Abzüge. Für Pixtacy sind tiefere Kenntnisse der Programmierung nötig als bei Coppermine und vor allem eine hohe Motivation zur sorgfältigen und geduldigen Einstellung aller Parameter. Die Veränderung des Designs setzt Kenntnisse des Bearbeitens von CSS-Dateien voraus.


Pixtacy im Stil der Seiten vom medienarchiv.com

Wer die entsprechenden Programmierkenntnisse mitbringt und bereit ist, den zeitlichen Aufwand zur Einrichtung und Pflege von Pixtacy zu leisten, ist damit gut bedient. Die Entwicklung dieser Datenbank ruht auf den Schultern eines Mannes, von dessen Einsatzmöglichkeit und -wille jeder Fortschritt abhängt. Wer langfristig plant, mag dies als riskanten Faktor betrachten.

8.4.3. Gallery3


Gallery3 ist wie Coppermine eine OpenScource Lösung und somit kostenlos. Die Anpassung der Funktionalität funktioniert über das Einbetten von Plugins. Das Design wird über eine CSS-Datei und PHP-Dateien gesteuert. Wer damit zurecht kommt, kann mit Gallery3 sehr gute Bilddatenbanken aufbauen.

8.5. HTML-Webseiten

HTML-Webseiten können offline erstellt werden. Lediglich zum Upload oder für Korrekturen ist eine schnelle Internetverbindung wichtig. Fast alle Programme zur Bildverwaltung enthalten seit vielen Jahren Webassistenten. Damit werden Fotoalben für das Internet produziert. In der Regel entstehen einige Übersichtsseiten mit vielen kleinen Vorschaubildern und Seiten mit jeweils einer größeren Ansicht der einzelnen Bilder. Die Unterschiede liegen in den angebotenen Designs, der Fähigkeit der Webassistenten die eingebetteten Meta-Daten lesen und für die Produktion der Webseiten verwenden zu können sowie den Möglichkeiten, diesen Prozess durch eigene Vorgaben dem eigenen Geschmack und den eigenen Ansprüchen anpassen zu können.


Index über statische Bilderalben. Einfach konfigurierbar. Einzelne Seiten sind individuell gestaltbar.


Mit HTML sind Individuelle Abweichungen vom Standarddesign leicht realisierbar. In der Hinsicht sind Datenbanken deutlich im Nachteil.

8.6. Wichtige Programme: FotoStation, Dreamweaver und TotalCommander


Seit vielen Jahren empfehlen wir FotoStation für diese Arbeit. Schon die uralte FotoStation Pro 4.5, die manchmal auf dem Gebrauchtmarkt für ein Taschengeld zu haben ist, und selbst die einst mit den frühen Digitalkameras von Nikon ausgelieferten Versionen 4 sind hervorragend zum Erstellen von statischen (HTML-) Webseiten. Aus den eingebetteten IPTC-Infos werden automatisch die Bildbeschreibungen unter den Vorschaubildern und größeren Einzelbilddarstellungen übernommen. Spätere Versionen tragen die eingebetteten Stichwörter den Meta-Text der Internetseiten ein. Damit befindet sich der Webassistent von FotoStation auf einem hohen Niveau. Zwei andere von mir sehr geschätzte Bild Verwaltungsprogramme, nämlich ACDSee und ThumbsPlus, sind auf diesem Gebiet nicht der Erwähnung wert.

Zusätzlich ist der HTML-Editor Dreamweaver ab Version 4 (uralt) nützlich sowie der Dateimanager TotalCommander, der nach dem Kennenlernen seiner Funktionen unentbehrlich wird.

Index 1. Herkunft der Bilder 5. Arbeitsschritte
  2. Technische Voraussetzungen 6. Bildbearbeitung
  3. Organisation 7. Bildbearbeitung II
  4. Beschriftung / Verschlagwortung 8. Präsentation im Internet



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