| 4.1 |
Erzeugen der Bilddateien |
Die Aspekte des Scannens werden auf dieser Website an anderen
Stellen behandelt (siehe: scanner) und werden hier nur am
Rande gestreift. In älteren Publikationen wird der
Arbeitsfluss beim Scannen folgendermaßen beschrieben:
Man scannt Vorlagen mit hohen Auflösung und erzeugt
Tif-Dateien. Sie werden, falls nötig, gedreht, retuschiert
und ihre Tonwerte optimiert. Da Tif-Dateien viel Platz beanspruchen,
DVD-Brenner erst seit ca. zwei Jahren günstig verfügbar
sind und die traditionellen IPTC-Beschriftungsprogramme
am besten mit Jpg-Dateien klarkamen, wurden sie zu JPGs
mit geringer Komprimierung (große Jpg-Datei, praktisch
verlustfrei) konvertiert. Die Beschriftung und weitere Vorbereitungen
zur Archivierung erfolgten danach. Um die aktuelle Situation
zu verstehen und realitische Trends zu erkennen, schauen
wir uns mal an, wie sich technisch und preislich das Angebot
der Mittelklasse-PCs seit 1998 entwickelt hat.
| März 1998 |
Februar 2002 |
Juni 2006 |
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| Pentium II, 300 Mhz (0,3 Ghz) |
Pentium IV, 2 Ghz |
AMD Athlon 64 3500+ |
| 64 MB Ram |
256 MB Ram |
1024 MB Ram |
| 4 MB Grafikkarte |
64 MB Grafikkarte |
256 MB Grafikkarte |
| 9 GB Festplatte |
80 GB Festplatte |
200 GB Festplatte |
| CD-Rom Lesegerät |
DVD/CD-RW Combo
(liest DVD / brennt und liest CD) |
DVD Brenner (brennt alles) |
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DVD Lesegerät |
| Diskettenlaufwerk |
Diskettenlaufwerk |
kein Diskettenlaufwerk |
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USB |
USB2, Firewire, diverse Kartenslots |
| Soundkarte |
5-Kanal Sound |
8-Kanal Sound |
| Windows 95 plus Antivirus |
Windows XP Home plus Antivirus |
Windows XP Home plus vieles mehr |
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| Preis: ca. 6000 DM / 3000 € |
Preis: ca. 1000 € |
Preis: ca. 650 € |
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| CD Recorder: ca. 700 DM / 350 € |
DVD Recorder: ca. 400 € |
DVD Recorder: ab 45 € |
| 6,5 GB Festplatte: 550 DM / 275 € |
120 GB interne Festplatte: ab 200 € |
300 GB externe Festplatte: 130 € |
| 64 MB SD-Ram: 320 DM / 160 € |
512 MB SD-Ram: ab 100 € |
1 GB SD-Ram: ab 80 € |
Seit der Einführung von Firewire und USB2 sind große
externe Festplatten günstige Ergänzungen der PC-internen
Kapazitäten geworden. Dies ist für Bildarchive
hochinteressant, da die externen Laufwerke in beliebiger
Anzahl eingesetzt werden können und neue Elemente der
Datensicherung darstellen. Bei den rapide sinkenden Preisen
spricht nichts dagegen, auf ihnen große Mengen unkomprimierter
Tiffs zu lagern und zu bearbeiten, beispielsweise mit IPTC-Editoren
zur Massenbeschriftung. Scannt man mit einem Automaten 3000
Dias, die jeweils eine 55 MB große Tiff-Datei ergeben,
werden gerade mal 165 GB auf der externen Festplatte belegt.
Es gibt bei solchen Quantitäten keinen Zwang mehr zur
Kleinportionierung und bei 130 € pro externer Festplatte
kann man sich auch eine zweite leisten, auf der ein Backup
der 3000 Dateien existiert. Das ist bei Nachlassaufarbeitungen
sinnvoll, um Zwischenstände der Bearbeitung, Sortierung,
Bennenung und Beschriftung gelegentlich zu sichern. Der
Trend zu viel Speicher für fallende Preise ist ungebrochen
und wird uns ordentlich beim Aufbau aller möglichen
Digitalarchive unterstützen. (300 GB = ca. 50 Spielfilme
im DVD-Format.) Die Verbindung zwischen externer Festplatte
und Computer muss so schnell wie möglich sein. Derzeit
(August 2007) sollte unbedingt eine e-sata Verbindung gewählt
werden. USB2 und Firewire sind deutlich langsamer.
Vor diesem Hintergrund ist der Wandel der Tiff-Dateien zum
komprimierten JPG erst nach wesentlich mehr Arbeitsschritten
nötig. Praktisch kann die Bearbeitung und Beschriftung
weitestgehend mit den Tifs erledigt werden, die anschließend
permanent auf DVD, einem Nachfolgeprodukt oder Festplatten
gespeichert werden. Bildarchive im Computer basieren in
der Regel auf qualitativ hochwertigen JPG-Dateien, die für
nahezu alle Verwendungszwecke reichen. Wenn die Dateien
nur geringfügig komprimiert wurden, wird man in der
Praxis kaum jemals auf die Tifs zurückgreifen.
Große Festplatten unterstützen die Arbeit mit
16-Bit / 48-Bit Dateien. Der Filmscanner Nikon Coolscan
5000 erzeugt für ein farbiges vollformatiges Kleinbilddia
bei 4000dpi eine ca. 120 Megabyte große 48-Bit-Tif-Datei.
Das Scanprogramm Vuescan kann in einem vierten Kanal sogar
die mittels Infrarot erkannten Defekte (Kratzer, Staub)
festhalten. Die Datei beansprucht 160 Megabyte. Die Speicher
kommen damit klar, doch sind unsere PCs beim Umgang mit
solchen Dateien noch etwas lahm. Erstaunlicherweise haben
einige Softwarehersteller diese Entwicklung verschlafen.
Das Programm Fotostation 4.x ist ein ausgezeichnetes Werkzeug
zur Beschriftung, Verwaltung und Verwendung von JPG-Beständen.
Doch der Umgang mit Ordnern voller großer Tif-Dateien
ist selbst mit der neuesten Fotostation Pro 5.2 (build 77
/Juni 2006) langsam und mit einigen Schwächen versehen,
während ThumbsPlus Pro souverän mit solchen Daten
umgeht.
| 4.2 |
Sichten - Selektieren - Drehen - Benennen |
Das Sichten von Bildern, die gescannt oder frisch von der
Speicherkarte auf den PC kopiert wurden, sowie ihre Drehung,
der Beschnitt und die Selektion sollen nicht lange aufhalten.
Dafür benötigt man ein Programm, welches den Bestand
in einem Ordner, auf einer Festplatte oder in einem Verzeichnis
mit Unterordnern einliest und in Form von Miniaturbildern
wie einstmals Dias auf dem Leuchtkasten darstellt. Bilder,
die auf der Seite liegen und in das Hochformat gedreht werden
sollen, werden markiert und nach einem Befehl der Reihe
nach gedreht. Das muss auch mit 16-Bit/48-Bit-Tiffs funktionieren.
Empfohlene Software: ThumbsPlus Pro 7, ACDSee Pro 8 oder
XNView.

Miniaturbilder in ACDSee Pro 8. Ansicht ohne Explorerleiste.
Sie kann in vielen Programmen ausgeblendet werden.
ThumbsPlus Pro 7. Miniaturbilder und große Einzelbilddarstellung.

Das für private Zwecke kostenlose XNView ist für
diese Arbeitsschritte gut geeignet. (Internet: XNView)
Die kommerzielle Lizenz kostet jeweils zwischen 3,50 €
(ab 1000 Lizenzen) bis 26 € für den Einzelplatz.
Alle drei Programme können viele Dateitypen lesen und
schreiben sowie mit RAW-Dateien umgehen. Die Oberflächen
und Hintergrundfarben sind konfigurierbar.
XNView und ThumbsPlus Pro enthalten gute IPTC-Editoren zur
Einzel- und Massenbeschriftung.
| Digitales Fotoarchiv |
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1999 - 2007 © Thomas Gade - Jede Veröffentlichung,
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