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Digitales Fotoarchiv Autor: Thomas Gade Juni 2006
4. Arbeitsschritte

4.1 Erzeugen der Bilddateien

Die Aspekte des Scannens werden auf dieser Website an anderen Stellen behandelt (siehe: scanner) und werden hier nur am Rande gestreift. In älteren Publikationen wird der Arbeitsfluss beim Scannen folgendermaßen beschrieben: Man scannt Vorlagen mit hohen Auflösung und erzeugt Tif-Dateien. Sie werden, falls nötig, gedreht, retuschiert und ihre Tonwerte optimiert. Da Tif-Dateien viel Platz beanspruchen, DVD-Brenner erst seit ca. zwei Jahren günstig verfügbar sind und die traditionellen IPTC-Beschriftungsprogramme am besten mit Jpg-Dateien klarkamen, wurden sie zu JPGs mit geringer Komprimierung (große Jpg-Datei, praktisch verlustfrei) konvertiert. Die Beschriftung und weitere Vorbereitungen zur Archivierung erfolgten danach. Um die aktuelle Situation zu verstehen und realitische Trends zu erkennen, schauen wir uns mal an, wie sich technisch und preislich das Angebot der Mittelklasse-PCs seit 1998 entwickelt hat.


März 1998 Februar 2002 Juni 2006
     
Pentium II, 300 Mhz (0,3 Ghz) Pentium IV, 2 Ghz AMD Athlon 64 3500+
64 MB Ram 256 MB Ram 1024 MB Ram
4 MB Grafikkarte 64 MB Grafikkarte 256 MB Grafikkarte
9 GB Festplatte 80 GB Festplatte 200 GB Festplatte
CD-Rom Lesegerät DVD/CD-RW Combo
(liest DVD / brennt und liest CD)
DVD Brenner (brennt alles)
    DVD Lesegerät
Diskettenlaufwerk Diskettenlaufwerk kein Diskettenlaufwerk
  USB USB2, Firewire, diverse Kartenslots
Soundkarte 5-Kanal Sound 8-Kanal Sound
Windows 95 plus Antivirus Windows XP Home plus Antivirus Windows XP Home plus vieles mehr
     
Preis: ca. 6000 DM / 3000 € Preis: ca. 1000 € Preis: ca. 650 €
     
     
     
CD Recorder: ca. 700 DM / 350 € DVD Recorder: ca. 400 € DVD Recorder: ab 45 €
6,5 GB Festplatte: 550 DM / 275 € 120 GB interne Festplatte: ab 200 € 300 GB externe Festplatte: 130 €
64 MB SD-Ram: 320 DM / 160 € 512 MB SD-Ram: ab 100 € 1 GB SD-Ram: ab 80 €


Seit der Einführung von Firewire und USB2 sind große externe Festplatten günstige Ergänzungen der PC-internen Kapazitäten geworden. Dies ist für Bildarchive hochinteressant, da die externen Laufwerke in beliebiger Anzahl eingesetzt werden können und neue Elemente der Datensicherung darstellen. Bei den rapide sinkenden Preisen spricht nichts dagegen, auf ihnen große Mengen unkomprimierter Tiffs zu lagern und zu bearbeiten, beispielsweise mit IPTC-Editoren zur Massenbeschriftung. Scannt man mit einem Automaten 3000 Dias, die jeweils eine 55 MB große Tiff-Datei ergeben, werden gerade mal 165 GB auf der externen Festplatte belegt. Es gibt bei solchen Quantitäten keinen Zwang mehr zur Kleinportionierung und bei 130 € pro externer Festplatte kann man sich auch eine zweite leisten, auf der ein Backup der 3000 Dateien existiert. Das ist bei Nachlassaufarbeitungen sinnvoll, um Zwischenstände der Bearbeitung, Sortierung, Bennenung und Beschriftung gelegentlich zu sichern. Der Trend zu viel Speicher für fallende Preise ist ungebrochen und wird uns ordentlich beim Aufbau aller möglichen Digitalarchive unterstützen. (300 GB = ca. 50 Spielfilme im DVD-Format.) Die Verbindung zwischen externer Festplatte und Computer muss so schnell wie möglich sein. Derzeit (August 2007) sollte unbedingt eine e-sata Verbindung gewählt werden. USB2 und Firewire sind deutlich langsamer.

Vor diesem Hintergrund ist der Wandel der Tiff-Dateien zum komprimierten JPG erst nach wesentlich mehr Arbeitsschritten nötig. Praktisch kann die Bearbeitung und Beschriftung weitestgehend mit den Tifs erledigt werden, die anschließend permanent auf DVD, einem Nachfolgeprodukt oder Festplatten gespeichert werden. Bildarchive im Computer basieren in der Regel auf qualitativ hochwertigen JPG-Dateien, die für nahezu alle Verwendungszwecke reichen. Wenn die Dateien nur geringfügig komprimiert wurden, wird man in der Praxis kaum jemals auf die Tifs zurückgreifen.

Große Festplatten unterstützen die Arbeit mit 16-Bit / 48-Bit Dateien. Der Filmscanner Nikon Coolscan 5000 erzeugt für ein farbiges vollformatiges Kleinbilddia bei 4000dpi eine ca. 120 Megabyte große 48-Bit-Tif-Datei. Das Scanprogramm Vuescan kann in einem vierten Kanal sogar die mittels Infrarot erkannten Defekte (Kratzer, Staub) festhalten. Die Datei beansprucht 160 Megabyte. Die Speicher kommen damit klar, doch sind unsere PCs beim Umgang mit solchen Dateien noch etwas lahm. Erstaunlicherweise haben einige Softwarehersteller diese Entwicklung verschlafen. Das Programm Fotostation 4.x ist ein ausgezeichnetes Werkzeug zur Beschriftung, Verwaltung und Verwendung von JPG-Beständen. Doch der Umgang mit Ordnern voller großer Tif-Dateien ist selbst mit der neuesten Fotostation Pro 5.2 (build 77 /Juni 2006) langsam und mit einigen Schwächen versehen, während ThumbsPlus Pro souverän mit solchen Daten umgeht.

4.2 Sichten - Selektieren - Drehen - Benennen

Das Sichten von Bildern, die gescannt oder frisch von der Speicherkarte auf den PC kopiert wurden, sowie ihre Drehung, der Beschnitt und die Selektion sollen nicht lange aufhalten. Dafür benötigt man ein Programm, welches den Bestand in einem Ordner, auf einer Festplatte oder in einem Verzeichnis mit Unterordnern einliest und in Form von Miniaturbildern wie einstmals Dias auf dem Leuchtkasten darstellt. Bilder, die auf der Seite liegen und in das Hochformat gedreht werden sollen, werden markiert und nach einem Befehl der Reihe nach gedreht. Das muss auch mit 16-Bit/48-Bit-Tiffs funktionieren.

Empfohlene Software: ThumbsPlus Pro 7, ACDSee Pro 8 oder XNView.


Miniaturbilder in ACDSee Pro 8. Ansicht ohne Explorerleiste. Sie kann in vielen Programmen ausgeblendet werden.


      
ThumbsPlus Pro 7. Miniaturbilder und große Einzelbilddarstellung.


         
Das für private Zwecke kostenlose XNView ist für diese Arbeitsschritte gut geeignet. (Internet: XNView)
Die kommerzielle Lizenz kostet jeweils zwischen 3,50 € (ab 1000 Lizenzen) bis 26 € für den Einzelplatz.

Alle drei Programme können viele Dateitypen lesen und schreiben sowie mit RAW-Dateien umgehen. Die Oberflächen und Hintergrundfarben sind konfigurierbar.
XNView und ThumbsPlus Pro enthalten gute IPTC-Editoren zur Einzel- und Massenbeschriftung.


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