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Digitales Fotoarchiv

2006 / 2014 © Thomas Gade

Index 1. Herkunft der Bilder 5. Arbeitsschritte
  2. Technische Voraussetzungen 6. Bildbearbeitung
  3. Organisation 7. Bildbearbeitung II
  4. Beschriftung / Verschlagwortung 8. Präsentation im Internet

2. Technische Voraussetzungen für digitale Archive


2.1. Speicher

Digitale Archive benötigen Speichermedien mit hoher Kapazität, langer Haltbarkeit, schneller Datenübertragung, hoher Kompatibilität mit den Computersystemen zu bezahlbaren Preisen. Zudem sollen Speicher als Objekte klein sein und wenig Strom verbrauchen. Lange Zeit waren dies kaum erfüllbare Wünsche, doch mittlerweile längst (2014) selbstverständlich.

Seit Mitte der 1990er Jahre scannen Verlage und Archive ihre Vorlagen. Daher sind dort alle möglichen Datenträger zu finden. Neben Festplatten wurden zunächst CD, später DVDs und Blurays verwendet.

In vielen Archiven sind Kombinationen aus Festplatten und DVDs aus historischen Gründen immer noch die übliche Lösung. Die brennbaren Scheiben sind verhältnismäßig billig und genügen den Ansprüchen von überschaubaren Bildbeständen weitestgehend. Eine DVD mit 4,5 GB Fassungsvermögen kann mehrere Tausend JPG-Dateien speichern. In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl anderer Medien wie Magnetbänder aller Art, Zips oder magnetooptische Träger. Die Daten auf ihnen sollten möglichst bald auf moderne Speicher umkopiert werden, weil die Verfügbarkeit der benötigten Einlesegeräte abnimmt.



Die CD-Roms gehören definitiv zum alten Eisen. Ihre Nachfolger, die DVD (4,7 GB) und Bluray (25 / 50 GB), haben sie verdrängt, doch werden heute vor allem Festplatten verwendet, die schon im Jahre 2011 mit Speicherkapazitäten bis zu 3000 GB zu haben waren. Eine Festplatte mit 2000 GB kostet seit 2011 weniger als 100 €. Damit ist das redundante Speichern von großen Bildermengen auf mehreren Festplatten erschwinglich geworden und der Umgang mit den Daten wesentlich einfacher als auf vielen Datenträger mit kleinen Teilmengen.

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2.2. Computer

Hier gilt, je schneller, desto besser. Bildarchive bestehen aus relativ vielen und großen Daten. Um sie einzulesen, zu sichten zu bearbeiten und das Archiv zu benutzen sind flotte Computer gefragt. Zudem müssen sie Stapelverabeitungsprozesse aushalten, bei denen der Computer über einen längeren Zeitraum unter Höchstbelastung große Mengen Bilder automatisch bearbeitet.

Moderne Computer erfüllen längs diese Wünsche. Sie müssen keine teuren Grafikkarten für schnelle Computerspiele enthalten. Eine SSD für das System, die Programme und temporäre Dateien ist sinnvoll. Die Bilder können auf handelsüblichen Festplatten gespeichert werden. 8 GB Ram sind mittlerweile Standard. Es kann nicht schaden, schnelle Festplatten wie die Western Digital Velocyraptor mit 1 TB Kapazität zu verwenden, doch alle modernen Festplatten mit 2 TB bis 5 TB sind für Archive bestens geeignet.

2.3. Betriebssystem

Jeder Computer benötigt ein Betriebssystem. Derzeit konkurrieren Linux, Windows und Apple Macintosh Betriebssysteme in verschiedenen Versionen. Seit Windows XP sind alle Microsoft Betriebssysteme der Konkurrenz vorziehen. Neuere Mac OS sind nicht mehr mit allen nützlichen Programmen für die Bildbearbeitung, Bildverwaltung und weiterführenden Anwendungen kompatibel, während Windows mit alter und neuer Software gut klarkommt.

Früher war Apple die Wahl der Profis für rechenintensive Medienanwendungen und hat seinen ehemaligen Status bei konservativen Nutzern in die Gegenwart retten können.

Linux ist kostenlos, doch bei rund 40 € für Windows 7 Professional und ca. 90 € für Windows 8 ist das im Rahmen eines Archivs kein wesentliches Merkmal. Viele Computer werden mit dem aktuellen Microsoft Betriebssystem verkauft und nicht alle guten Bildbeabeitungs- und -verwaltungsprogramme laufen unter Linux.
2.4. Anwendungsprogramme

Die Anwendungsprogramme zum Schreiben, zum Scannen, zur Bildverwaltung etc. werden zusätzlich installiert. Die Vielfalt der Programme, nicht nur zur Bildbearbeitung und -verwaltung ist beeindruckend. Ihr Kaufpreis sagt selten etwas über ihren Leistungsumfang und ihre Qualitäten aus. Es gibt kostenlose und lächerlich billige Programme auf hohem Niveau, neben denen teure Traditionsprogramme blass aussehen.

Es gibt kein Einzelprogramm, welches alle Anforderungen der Bildbearbeitung und -verwaltung zufriedenstellend löst. Fast alle Programme bekommen im Laufe ihrer Entwicklung erweiterte Funktionsumfänge. Hat man mehrere Bildprogramme installiert, sind viele Funktionen mehrfach vorhanden.

Grundsätzlich ist die Computerarbeit zur Erstellung und Pflege eines Bildarchivs in acht Segmente einteilen, für die es spezielle Programme gibt. Marketingtools werden nicht berücksichtigt. Es ist nicht immer sinnvoll, die neuesten Versionen zu haben; das Hilfsprogramm Rname-it.exe ist seit 1998 unverändert und sehr hilfreich. Die Liste ist nicht vollständig.

  Aufgabe Software
     
1. Bilddaten erzeugen Scanner:
    Vuescan (sehr gut, preiswert)
Herstellereigene Programme
SilverFast SE und SilverFast Ai

Digitalkameras:
ACDSee Pro (enthält sehr guten RAW-Konverter)
Andere RAW-Konverter
     
2. Sichten, selektieren, umbenennen ACDSee (Pro)
    Thumbs Plus Pro 7 sp2
Fotostation
XNView (kostenlos)
     
3. Basis-Bildbearbeitung ACDSee (Pro)
  (Drehen, Beschneiden, Tonwerte, Dateiformate wandeln)
Thumbs Plus Pro 7 sp2
Fotostation Classic / Pro
XNView (kostenlos)
     
4. Bildbearbeitung ACDSee (Pro)
    Adobe Photoshop CS3 (sehr teuer / Vorsicht mit späteren Versionen*)
Corel Paintshop Pro X6 (gut und günstig)
     
4.1. Bildbearbeitung: Plugins, Hilfsprogramme Neatimage
    Noiseninja
Polaroid dust and scratch removal
     
5. Bildbeschriftung Thumbs Plus Pro 7 sp2
   
Fotostation
Thumbs Plus Pro 7 sp2
XNView
Caption Writer

     
6. Bilddatenbank Thumbs Plus Pro 7 sp2
    Fotostation
iView Media
ACDSee Pro
     
7. Internetpräsentationen
Fotostation (Die Webvorlagen können stark modifiziert werden!)

    Coppermine
Pixtacy
     
8. Hilfsprogramme Total Commander
   
(hervorragend zum Umbennen, FTP Client, Dateiverwaltung)
Microsoft Office
Open Office (gut und kostenlos)
Rname-it (kostenlos, super, Miniprogramm mit 103 kb)
1-More Watermarker

* Ab Photoshop CS4 werden Umlaute und Sonderzeichen in den IPTC-Beschriftungen ohne Vorwarnung verändert. Für Archivzwecke ist Photoshop CS3 weitaus mehr als nötig ausgestattet und für alle Aufgaben bestens geeignet. Spätere Versionen sind in dem Kontext überflüssig und riskant.

ThumbsPlus Pro 7 sp2 gibt es nur in englischer Sprache. Abgesehen davon ist es das beste Programm zum Beschriften, Verwalten und Umwandeln von Dateine in einem Einzelprogramm. Besonders sein IPTC-Editor ist hervorragend. Spätere Versionen können leider nicht mithalten.

Diese Programm sollte man haben:

Total Commander, ACDSee Pro, ThumbsPlus Pro 7 sp2, FotoStation ab Version Pro 4.5 zum Editieren von IPTC-Beschriftungen und zum Erstellen von Webseiten. Zur Bildbearbeitung sind Photoshop CS2 und CS3 klasse, doch leider sehr teuer. Alternativ sind Corel Paintshop Pro X6 und Photoshop Elements in einer akutellen Version empfehlenswert. Scanner werden mit VueScan bedient.




Index 1. Herkunft der Bilder 5. Arbeitsschritte
  2. Technische Voraussetzungen 6. Bildbearbeitung
  3. Organisation 7. Bildbearbeitung II
  4. Beschriftung / Verschlagwortung 8. Präsentation im Internet



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