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Fototechnik - Scanner - Bildarchiv


 
 
Digitales Fotoarchiv © Thomas Gade 2006 / 2014

Index 1. Herkunft der Bilder 5. Arbeitsschritte
  2. Technische Voraussetzungen 6. Bildbearbeitung
  3. Organisation 7. Bildbearbeitung II
  4. Beschriftung / Verschlagwortung 8. Präsentation im Internet


1. Bilddteien


1.1. Herkunft der Bilder


Das digitale Fotoarchiv existiert (häufig) parallel zu einem konventionellen Archiv aus Filmen, Diapositiven, Abzügen. Spätestens seit der massenhaften Einführung der Digitalkameras sind Methoden zur Speicherung und Verwaltung von Bilddateien sehr gefragt.


1.1.1. Scanner


In der ersten Hälfte der 1990'er Jahre erschienen Flachbett- und Filmscanner auf dem Markt. Fotoagenturen begannen, ihre Negative, Diapositive und Abzüge zu digitalisieren. Damals war das teuer und zeitaufwendig. Inzwischen ist nahezu jeder PC für diese Arbeit geeignet. Es gibt günstige und sehr gute Scanner. Viele Leute digitalisieren aus rein privatem Interesse ihre eigenen Fotos und solche, die ihnen ihre Vorfahren hinterlassen haben. Auf diesem Wege werden große Mengen historischer Bilder produziert, die ihren Weg in einen öffentlich zugänglichen Bilderstrom finden können.

1.1.2. Kameras

Traditionelle Fotoapparate, die Filme belichten, werden immer weniger benutzt. Digitalkameras ermöglichen exzellente Bilder und werden immer preiswerter. Die Entwicklung der mobilen Telefone zu Multifunktionsgeräten mit eingebauten Foto- und Videokameras und Tonaufzeichnung trägt dazu bei, dass die gute alte Kamera immer seltener gebraucht wird.

Aktuelle Digitalkameras liefern Bilder mit unterschiedlichen Datenmengen. Die Kameras liefern 12 bis 24 Millionen Pixel Die kleine Kamera zum Mitnehmen hat mindestens 4 Millionen Pixel, gute digitale Spiegelreflexkameras beginnen mit 6 Millionen Pixeln mit einem deutlichen Trend in den zweistelligen Millionenbereich. Im teuren Profisegment werden mit 30 bis 40 Millionen Pixeln die Leistungen der Großformatfilme errreicht.

Aktuelle digitale Kameras speichern die Bilder als JPG -Dateien oder im RAW-Format. Eine JPG -Datei mit geringer Kompression aus einer 5 Millionen Pixel Kamera hat eine Größe von ca. einem bis zwei Megabyte. Die RAW-Datei einer 8 Millionen Pixel-Kamera ist ca. 13 MB groß. Konvertiert man sie zu einer 48-Bit-RGB-Tiff-Datei (Sorry für diese Wortschöpfung; mir fällt keine bessere ein.) benötigt sie 48 Megabyte. Das 48-Bit-RGB-Tiff aus einer 30 Millionen Pixel Kamera hat eine Größe von 180 Megabyte.

1.1.3. Dateitransfer

Sie erreichen uns per Email, wir laden sie aus dem Netz herunter, entdecken sie (wieder) auf älteren Datenträgern, erhalten sie von Freunden, Bekannten und Verwandten, finden sie am Arbeitsplatz und so weiter. Der Umgang mit ihnen ist wegen urheberrechtlicher und technischer Fragen problematisch.


1.2. Dateiformate

Am häufigsten sind JPG -Dateien zu finden. Auf Internetseiten werden gerne GIF- und PNG-Dateien verwendet. Wer mit hohem Anspruch Bilder scannt, läßt sie als TIF -Dateien mit 16 Bit pro Kanal ausgeben und beim Fotografieren mit Digitalkameras Bilder im RAW-Format speichern. JPG -Dateien sind in der Bilderwelt zum Standard geworden. Im privaten und Pressebereich sind sie das führende Bildformat.

Von TIF -Dateien können Kopie im JPG -Format mit bedeutend geringerem Speicherbedarf erzeugt werden. Der Komprimierungsgrad kann im weiten Rahmen stufenlos eingestellt werden. Ein ca. 60 Megabyte großes farbiges TIF -Bild mit 16 Bit pro Kanal schrumpft bei der Wandlung zum JPG bei der geringsten Komprimierungsstufe auf 3 bis 7 MB. Die Werte sind abhängig von der Detailmenge der Bilder. Dabei verringert sich die Farbtiefe von 16 Bit auf 8 Bit. In der höchsten Komprimierungsstufe wird das Bild nur wenige Hundert Kilobyte groß sein. Das ist ein enormer Unterschied zu den urpsrünglichen 60 Megabyte.

TIF -Archivdaten werden stets unkomprimiert gespeichert. Für TIF und JPG gilt, das die Datei nicht mehrere Bilder in verschiedenen Größen enthält. Obwohl uns das Thema Farbmanagement laufend in den Fachzeitschriften begegnet, ist das Einbetten von eigenen Farbprofilen nicht sinnvoll für Bilder, die irgendwann von irgendjemanden für irgendeinen Zweck verwendet werden.

In Fachbüchern steht, dass eine Komprimierung immer auch mit einem Qualitätsverlust einhergeht. Theoretisch stimmt das. Inwieweit dies für ein Ergebnis von Bedeutung ist, hängt stark vom Arbeitsfluss ab. Grundsätzlich werden Bilder beim Scannen als 16-Bit Tiffs ausgeben. Beim Scanvorgang wird keine Schärfung (Unscharf Maskierung) vorgenommen. Anschließend erfolgt die Bildbearbeitung. Sie umfaßt neben der Retusche, dem Drehen, Beschnitt und anderen Vorgängen vor allem den Abgleich der allgemeinen Helligkeit und den Kontrast sowie partielle Tonwertkorrekturen. Sind diese Schritte zufriedenstellend vollbracht, kann das Bild getrost zu einem JPG mit geringster Komprimierung gewandelt werden. Diese Datei wird selbst nachträgliche Bearbeitungsschritte gut verkraften, sofern der Ausführende das Instrumentarium seiner digitalen Bildverarbeitunt beherrscht. In vielen Archiven ist es Praxis, ein JPG -Arbeitsarchiv für die Anfragen von Kunden zu haben und irgendwo die 'kostbaren' Ur-Daten im TIF -Format für anspruchsvolle Anwendungen zu lagern. Ebenfalls in der Praxis werden diese Datenträger nie wieder benutzt, weil die JPGs bei richtigem vorangegangenem Arbeitsfluss für alle gewünschten Prozesse vollkommen ausreichen.

Datenträger sind billig geworden. Man kann parallele Archive mit identischen Bildern in verschiedenen Dateiformaten, Größen und Komprimierungstufen aufbauen. Großes Tiff neben großem JPG mit geringer Komprimierung und verkleinerte Bildgröße im JPG mit mittlererer Stufe sind häufig zu finden.




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