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Digitales Fotoarchiv Autor: Thomas Gade Juni 2006


Das digitale Fotoarchiv existiert (meist) parallel zu einem konventionellen Archiv aus Filmen, Diapositiven, Abzügen. Spätestens seit der massenhaften Einführung der Digitalkameras sind Methoden zur Speicherung und Verwaltung von Bilddateien sehr gefragt.

1. Herkunft der Bilder

1.1. Scanner


In der ersten Hälfte der 1990'er Jahre erschienen Flachbett- und Filmscanner auf dem Markt. Fotoagenturen begannen, ihre Negative, Diapositive und Abzüge zu digitalisieren. Damals war das teuer und zeitaufwendig. Inzwischen ist nahezu jeder PC für diese Arbeit geeignet. Es gibt günstige und sehr gute Scanner. Viele Leute digitalisieren aus rein privaten Interessen ihre eigenen Fotos und solche, die ihnen ihre Eltern gegeben und frühere Vorfahren hinterlassen haben. Auf diesem Wege werden große Mengen historischer Bilder produziert, die ihren Weg in einen öffentlich zugänglichen Bilderstrom finden können.

1.2. Digitale Kameras

Traditionelle Fotoapparate, die Filme belichten, werden immer weniger benutzt. Digitalkameras ermöglichen exzellente Bilder und werden immer preiswerter. Die Entwicklung der mobilen Telefone zu Multifunktionsgeräten mit eingebauten Foto- und Videokameras und Tonaufzeichnung trägt dazu bei, dass die gute alte Kamera immer seltener gebraucht wird.

Aktuelle Digitalkameras liefern Bilder mit unterschiedlichen Datenmengen. Die kleine Kamera zum Mitnehmen hat mindestens 4 Millionen Pixel, gute digitale Spiegelreflexkameras beginnen mit 6 Millionen Pixeln mit einem deutlichen Trend in den zweistelligen Millionenbereich. Im teuren Profisegment werden mit 30 bis 40 Millionen Pixeln die Leistungen der Großformatfilme errreicht.

Aktuelle digitale Kameras speichern die Bilder als JPG-Dateien oder im RAW-Format. Eine JPG-Datei mit geringer Kompression aus einer 5 Millionen Pixel Kamera hat eine Größe von ca. einem bis zwei Megabyte. Die RAW-Datei einer 8 Millionen Pixel-Kamera ist ca. 13 MB groß. Konvertiert man sie zu einer 48-Bit-RGB-Tiff-Datei (Sorry für diese Wortschöpfung; mir fällt keine bessere ein.) benötigt sie 48 Megabyte. Das 48-Bit-RGB-Tiff aus einer 30 Millionen Pixel Kamera hat eine Größe von 180 Megabyte.

1.3. Dateien

Sie erreichen uns per Email, wir laden sie aus dem Netz herunter, entdecken sie (wieder) auf älteren Datenträgern, erhalten sie von Freunden, Bekannten und Verwandten, finden sie am Arbeitsplatz und so weiter. Der Umgang mit ihnen ist wegen urheberrechtlicher und technischer Fragen problematisch.


2. Technische Vorausetzungen für ein Archiv

2.1. Speicher

Digitale Archive basieren auf Speichern. Gefragt sind große Fassungsvermögen, lange Haltbarkeit, schnelle Datenübertragung, hohe Kompatibilität mit den Computersystemen, Unempfindlichkeit gegen Feuer, Wasser, Schmutz, UV-Licht und mechanischen Beanspruchungen und nicht zuletzt günstige Preise. Zudem sollen Speicher als Objekte klein sein und wenig Strom vebrauchen. Gegenwärtig sind Kombinationen aus Festplatten und DVDs die üblichen Lösungen. Sie sind verhältnismäßig billig und genügen den Ansprüchen der aktuellen Bildverwaltung weitestgehend. Die DVD mit 4,5 GB Fassungsvermögen ist zum Speichern von jpg-Dateien riesig, wird aber in naher Zukunft von Medien mit wesentlich höheren Speichervermögen abgelöst, die zum Bewahren der hochaufgelösten und unkomprimierten Dateien geeigneter sind. In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl anderer Medien wie Bänder aller Art, Zips oder magnetooptische Träger. Die Daten auf ihnen sollten möglichst bald auf moderne Speicher umkopiert werden, da die Verfügbarkeit der benötigten Einlesegeräte abnimmt.

Die CD-Roms gehören fast schon zum alten Eisen. Derzeit dominieren DVDs.

2.2. Computer

Hier gilt, je schneller, desto besser. Bildarchive bestehen aus relativ vielen und großen Daten. Um sie einzulesen, zu sichten zu bearbeiten und das Archiv zu benutzen sind flotte Computer gefragt. Zudem müssen sie Stapelverabeitungsprozesse aushalten, bei denen der Computer über einen längeren Zeitraum unter Höchstbelastung große Mengen Bilder automatisch bearbeitet. Erfreulicherweise erfüllen viele PC-Systeme, die komplett deutlich weniger als 1000 € kosten, die meisten Ansprüche. Sie müssen keine teuren Grafikkarten für schnelle Computerspiele enthalten. Ein zuverlässiger DVD-Brenner, viel Arbeitsspeicher, gute Festplatten und ein schneller Prozessor sind wichtiger.

2.3. Betriebssystem

Speicher und Computer nützen nichts ohne Software (Programme). Jeder Computer benötigt ein Betriebssystem, in Fachzeitschriften auch ‚Plattform' genannt. Dieses Grundprogramm enthält die Basisfunktionen des Computers. Derzeit konkurrieren Linux, Windows und Apple Macintosh Betriebssysteme in verschiedenen Versionen. Die Kaufhausketten vertreiben massenhaft PCs mit aktuellen Windows-Betriebssystemen, derzeit mit Windows XP. Die Vorversionen laufen trotz aller Grabgesänge auf Windows 95, 98, Millenium, NT und 2000 noch auf vielen Computern.

Früher war Apple die Wahl der Profis für rechenintensive Medienanwendungen und hat seinen glamurösen Status zumindest unter denen, die sich daran erinnern können, aus dieser Zeit in die Gegenwart retten können. Der kultige iPpod (kleiner mp3 Player) stammt von Apple. Dieses Unternehmen baut seit langem Computer.

Linux ist interessant, weil es kostenlos ist. Das wird diejenigen, denen die Märkte Aldi, Plus und Lidl ihre Computer mit Windows und einem Haufen zusätzlicher Programme verkauft haben, kaum interessieren. Die meisten Bildberabeitungs- und -verwaltungsprogramme laufen nicht unter Linux oder hinken in ihrer Entwicklung arg hinterher.

Die Softwareentwickler sind bemüht, immer mehr Funktionen in ihre Produkt einzubauen, die möglichst ohne technische Fähigkeiten der Anwender installiert und benutzt werden sollen, um dem größer werdenden Massenmarkt gerecht zu werden. Es lohnt sich, ein Betriebssystem zu kennen und vom Standard abweichende Veränderungen vorzunehmen, um einen Computer für seinen Verwendungszweck zu optimieren oder unvermeidliche Probleme bewältigen zu können. (siehe: xplite) Entsprechende Hinweise aus Computerzeitschriften oder dem Internet sollte man sammeln.

Die meisten und besten Programme werden für Windows-Systeme entwickelt. Aktuell (2007) sind Windows 2000 oder XP-Systeme sehr gute Grundlagen für Bildarchive.

2.4. Anwendungsprogramme

Die Anwendungsprogramme zum Schreiben, zum Scannen, zur Bildverwaltung etc. werden zusätzlich installiert. Die Vielfalt der Programme, nicht nur zur Bildbearbeitung und -verwaltung ist beeindruckend. Ihr Kaufpreis sagt selten etwas über ihren Leistungsumfang und ihre Qualitäten aus. Es gibt kostenlose und lächerlich billige Programme auf hohem Niveau, neben denen teure Traditionsprogramme blass aussehen.

Es gibt kein Einzelprogramm, welches alle Anforderungen der Bildbearbeitung und -verwaltung zufriedenstellend löst. Fast alle Programme bekommen im Laufe ihrer Entwicklung erweiterte Funktionsumfänge. Hat man mehrere Bildprogramme installiert, sind viele Funktionen mehrfach vorhanden.

Grundsätzlich kann man die Computerarbeit zur Erstellung und Pflege eines Bildarchivs in acht Segmente einteilen, für die es spezielle Programme gibt. Marketingtools werden dabei nicht berücksichtigt. Es ist nicht immer sinnvoll, die neuesten Versionen zu haben; das Hilfsprogramm Rname-it.exe ist seit 1998 unverändert und sehr hilfreich. Die Liste ist nicht vollständig.


  Aufgabe Software
     
1. Bilddaten erzeugen Scanner:
    Herstellereigene Programme
SilverFast SE und SilverFast Ai
Vuescan (sehr gut, preiswert)

Digitalkameras:
Herstellereigene Lösungen
Diverse RAW-Konverter
     
2. Sichten, selektieren, umbenennen ACDsee (2.4x oder 3.x als Beilage in PC-Zeitschriften kostenlos)
    Thumbs Plus (Pro)
Fotostation
XNView (kostenlos)
     
3. Basis-Bildbearbeitung
(Drehen, Beschneiden, Tonwerte, Dateiformate wandeln)

ACDSee (Pro)
ThumbsPlus (Pro)
Fotostation Classic / Pro
XNView (kostenlos)

     
4. Bildbearbeitung ACDsee Pro 8
    Adobe Photoshop CS2 (marktführend, sehr gut, sehr teuer)
Adobe Photoshop Elements 4 (gut und günstig)
Corel Paintshop Pro
     
4.1. Bildbearbeitung: Plugins, Hilfsprogramme Neatimage
    Noiseninja
Polaroid dust and scratch removal
     
5. Bildbeschriftung Caption Writer 4.x II
   

Fotostation
ThumbsPlus
XNView

     
6. Bilddatenbank ThumbsPlus (Pro)
Fotostation
iView Media
ACDSee Pro
     
7. Automatische Internetpräsentationen

Fotostation (Die Webvorlagen können stark modifiziert werden!)
ThumbsPlus
iView Media
ACDSee Pro
Corel Paintshop Pro
... und viele andere

     
8. Hilfsprogramme Rname-it (kostenlos, super, Miniprogramm mit 103 kb)
    Microsoft Office (ab 97)


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