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   Spektiv: Nikon Fieldscope ED 82 Thomas Gade - Dezember 2010

Spektive sind spezielle Fernrohre für einäugiges Beobachten. Sie vergrößern stärker als die handlicheren Feldstecher (auch: Ferngläser), die zwei Okulare und zwei Objektive haben. Feldstecher für freihändiges Beobachten vergrößern üblicherweise zwischen 7 bis 10x und haben Objektive mit Durchmessern zwischen 20 bis 50mm.

Ein gutes Stativ ist unabdingbar für ungetrübte Beobachtungen. Besser als der Linhof Kugelkopf ist ein guter Videonkopf mit gebremster Nachführung. Der Velbon Vel-flo 10, der über Ebay gebraucht zu bekommen ist, trägt Spektive sehr gut.






Das Nikon Fieldscope hat eine ED82 hat eine Sonnenblende, die bei Gebrauch nach vorne geschoben wird.



Spektive werden häuifg mit Zoomokularen angeboten. Grundsätzlich ist das in Ordnung, doch bieten Festbrennweiten besonders bei geringen Vergrößerungen in der Regel ein weiteres Bildfeld. Zumindest ein Okular mit Festbrennweite im unteren bis mittleren Vergrößerungsbereich sollte man sich neben dem Zoom gönnen.

   Digiscoping

Digiscoping oder Digiskopie. Wie heißt es denn nun? Egal. In den vergangenen Jahren setzte sich das sogenannte Digiscoping durch. Hinter dem Okular wird eine Digitalkamera montiert, um durch das Spektiv zu fotografieren oder zu filmen. Es fungiert als starkes Teleobjektiv.







Digiscoping

Filmen und fotografieren durch das Spektiv

Ein gutes Spektiv kann unter entsprechend guten Bedingungen in Verbindung mit einer geeigneten Digitalkamera respektable Ergebnisse bringen.

Digiscoping ist reizvoll aber nicht einfach, weil die kompakten Kameras meist nur beschränkte manuelle Einstellungen erlauben und ihre Optik oft nicht mit dem Spektiv harmoniert. Billige Spektive ohne hochkorrigierte Apochromatische Optiken sind für diesen Verwendungszweck nur bedingt einsetzbar.

Die Kamera sollte diverse manuelle Einstellungen wie die Belichtungszeit ermöglichen und diese nicht löschen, wenn sie sich ausschaltet. Dies ist besonders dann wichtig, wenn durch das Spektiv nächtliche Aufnahmen von Himmersobjekten gemacht werden, weil die Belichtungsmessung nicht in der Lage ist, die kleinen hellen Objekte vor dem dunklen Himmel angemessen zu bewerten.

Es gibt spezielle Verbindungen zwischen Kamera und Spektiv, die zum Beobachten und Einstellen der Spektive ein Beiseiteschwenken der Kamera erlauben.


Carl Zeiss Jena 'Asiola' - 63mm / 420mm Brennweite

   Fernglas oder Spektiv?

Die Frage ist schnell beantwortet: Spektiv und Fernglas ergänzen sich. Sie gehören zusammen. Mit dem Fernglas hat man eine bessere Übersicht und Orientierung, beispielsweise zum Aufspüren von Tieren in einer Landschaft. Das Spektiv vergrößert die Motive stärker und ermöglicht Detailstudien. Wenn man bei einer Wanderung nicht das volle Gepäck mit schleppen möchte, ist die Mitnahme eines Fernglases sinnvoller.



Voyager II Maksutov. Öffnung 70mm / 860mm Brennweite. Das kleine Gerät vergrößert stark: 38-114x. 45° Einblick



    Spektiv oder Teleskop?

Nahezu alle modernen gängigen astronomischen Teleskope haben einen 2" und/oder 1,25" Okularanschluss. Daher gibt es ein riesiges Angebot an untereinander austauschbaren Okularen von verschiedenen Herstellern. Gute Exemplare sind preiswert zu bekommen, auch wenn der Markt für besonders anspruchsvolle und ausgabefreudige Kunden allerlei teueres Zeug bereithält. Spektive haben eigene Anschlüsse, die meist nicht mit dem Astrozubehör kompatibel sind, was bedauerlich ist.

Daher lohnt sich ein vergleichender Blick in den Astroladen. Dort gibt es kleine kompakte APO Refraktoren mit 70 bis 90mm Öffnung. Sie haben meist eine 2" oder größere Scharfstelleinheit und können mit Amiciprismen, Zenitspiegeln und Weitwinkelokularen genutzt werden. Diese kleinen Apo-Refraktoren sind nicht ganz so handlich wie ein Nikon Fieldscope 82 ED oder seine Pendants von Zeiss, Leica, Swarovski aber vielseitiger und mit ausreichend gutem Zubehör ausgestattet sogar billiger, wenn man nicht zu den teuersten Okularen greift. Zum Fotografieren mit der Spiegelreflex sind die Apo-Refraktoren im primären Brennpunkt und mit Okularprojektion gut einsetzbar. Dafür lohnt sich die Anschaffung eines Bildfeldebners aus dem Astrohandel. Die entsprechenden T2-Adapter zum Anschluss der Kameras sind günstig zu haben. Ein guter Apo-Refraktor kann bei entsprechenden Sicht- und Lichtbedingungen eine Vergrößerung vertragen, die doppelt so groß ist wie sein Objektivdurchmesser in Millimetern. Demnach sollte ein 80mm Apo eine 160x Vergrößerung bringen, die natürlich nur bei lichtstarken Objekten wie dem Monde oder einem hellen Planeten Sinn macht. Spektive mit demselben Objektivdurchmesser bleiben darunter. Ihre Grenze liegt bedingt duch das Okularangebot bei ca. 60x bis 75x.

 





© 1999 - 2011 Thomas Gade - Die Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.

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